Der Steckbrief des Hovawarts
Ein aktiver Hund für aktive Menschen

 

 

 

Der Hovawart ist ein anerkannter Gebrauchshund zu vielseitiger Verwendung. Von der Veranlagung her ausgeglichen und ruhig, besitzt er Schutztrieb, Kampftrieb, Selbstsicherheit und Belastbarkeit, mittleres Temperament und eine sehr gute Nasenveranlagung. Für einen Gebrauchshund harmonisch abgestimmte körperliche Verhältnisse und eine besondere Bindung an seine Familie machen ihn insbesondere zu einem hervorragenden Begleit-, Wach-, Schutz- und Fährtenhund.

 

Rassengruppe

doggenartige, Molosser, Berghunde, wehrhafte Wachhunde, mit Arbeitsprüfung

Gesamteindruck

Mittelgroßer bis großer, kraftvoller, aber nicht plumper langhaariger Gebrauchshund. Seine Erscheinung ist durch wuchtige Kraft, Robustheit, Substanz und Harmonie gekennzeichnet. Unerwünscht ist alles, was die Gebrauchsfähigkeit herabsetzt, so u. a. Verfeinerung, schwache Konstitution, aber auch Massigkeit und Schwere. Kräftige Läufe und eine tiefe Brust weisen ihn als guten Läufer und Springer aus. Die Geschlechtsunterschiede sind deutlich erkennbar. Er ist hart und wetterfest, unerschrocken und aufmerksam.

Größe

Rüde 63-70 cm, Hündin 58-65 cm, leicht gestreckter Körperbau

Gewicht

Rüde 30-45 kg, Hündin 25-35 kg - der Größe angepasst

Fell

pflegeleichtes, weiches, leicht gewelltes, anliegendes, glänzendes Langhaar mit wenig Unterwolle; robustes, wetterfestes Deckhaar ohne Rückenscheitel und Locken. Am Hals, an der Rückseite der Läufe und an der Rute ist der Behang besonders ausgeprägt. Trotz seiner langen Haare ist der Hovawart einfach zu pflegen.

Farbe

Schwarzmarken (50-60 %), Blond (ca. 30 %), Schwarz (ca. 15-20 %). Bezüglich der Farbe wird keine Reinzucht betrieben, vielmehr können innerhalb eines Wurfes alle Varianten auftreten.

Pluspunkte

eine der gesündesten Rassen, hohe Lebenserwartung, freundlich, belastbar

Haltungsansprüche

Der Hovawart ist ein aktiver Hund für aktive Menschen
Er braucht Training, Arbeit, geistige Auslastung, große Ausflüge oder Wanderungen,
und einen Menschen, der "Leithund" ist und den er respektieren kann.

Geeignet für

Leute, die keine Stubenhocker sind und Spaß an viel Bewegung haben.
Leute, die einen ursprünglichen Hund mögen, und sich gegenüber diesem selbstbewussten Hund durchsetzen wollen und können.

Nicht geeignet für

Anfänger, die es einmal mit einem Hund versuchen möchten,                       
Menschen, die blinden Gehorsam verlangen,
Leute, die gerne andere über sich bestimmen lassen.

Erziehung

Als Doggenartiger ist seine Bereitschaft zur Unterordnung eher mäßig; willensstark und zur Dominanz neigend, daher nicht leicht zu führen; mit Ausdauer und Konsequenz von Jugend an wird er jedoch ein zuverlässiger Hund.

Wesen

Zurückhaltender, aber freundlicher Familienhund der auch zuverlässig schützt. Sehr auf seine Menschen bezogen, braucht engen Kontakt, liebenswert, sehr anhänglich und treu. Charaktervolles, selbstbewusstes Wesen, etwas eigenwillig; aufmerksam und unerschrocken. Sehr freundlich zu allen Menschen. Er ist draußen temperamentvoll und fröhlich, im Haus ruhig und ausgeglichen.

Temperament
Bewegung
Spieltrieb

Dynamisch-kraftvoller Naturbursche, sehr lebhaft, bewegungsfreudig und wendig. Hervorragender Läufer und Springer. Kein Hund für Stubenhocker.
Guter Begleiter für Freizeitaktivitäten aller Art. Für viele Sportarten geeignet.
Sehr hoher Spieltrieb bis ins hohe Alter.

Hundesport
- Fährte

Die hervorragende Nase und Konzentrationsfähigkeit machen den Hovawart zum hochbegabten Fährtenhund. Der Hovawart ist in der Fährte sehr leicht auszubilden. Er findet in der Fährte seine Erfüllung.

Hundesport
- Unterordnung

Der Hovawart als "Spätzünder" ist kein Hund für Ungeduldige. Bei der Arbeit auf dem Hundeplatz braucht er einen rasseerfahrenem Ausbilder und Figuranten, da er auf dem Hundeplatz sensibler reagiert als andere Gebrauchshunde-Rassen. Da er spät reif ist, braucht er für alles etwas länger als andere Rassen. Während Schäferhunde auch ohne besondere Motivation tun, was verlangt wird und noch mit dem Hundeführer mitlaufen, will der Hovawart überzeugt werden. Der Hovawart ist nicht unterwürfig. Mit Zwang und Unterdrückung erreicht man nicht viel. Anders als der gute "Rekrut" Schäferhund richtet er seine "Empörung" schneller gegen den Ausbilder oder Hundeführer. Der Hovawart setzt Bedrohung und Unterdrückung nicht in rekrutenhaften Gehorsam um. Er reagiert entweder mit Wehr-Aggression oder er knickt ein. Oft reagiert er dann nicht nur kurzzeitig verstört sondern verliert grundsätzlich das Vertrauen und kündigt die Zusammenarbeit auf.
Wenn man aber bereit ist, dem Hovawart ein zuverlässiger und freundlicher Lehrmeister zu sein, bekommt man von ihm fast alles geschenkt. Mit Spiel und Leckerli ist der Hovawart sehr gut motivierbar. Es liegt am Hundeführer, den Hundesport als Teamwork mit dem Hund zu begreifen und durchzuführen.

Hundesport
- Schutzdienst

Im Schutzdienst ist der Hovi nicht so belastbar und hat einen nicht so beständigen Trieb wie andere Gebrauchshunde. Er muss deshalb sehr sorgfältig mit den Aufgaben vertraut gemacht werden und darf nicht zu früh zu hart herangenommen werden. Der Hovawart zeigt echtes Schutzverhalten, das im Alter von ca. 3 Jahren erwacht, reagiert im Sport aber nicht so triebig wie andere Gebrauchshundrassen, ist schwieriger zu motivieren und verlangt daher viel Fingerspitzengefühl. Fehler im Aufbau sind später nur sehr schwer wieder auszugleichen. Dafür behält er aber auch wenn er hoch im Trieb steht immer noch einen klaren Kopf. Während andere Rassen von Natur aus fordernder sind und schon Trieb stauen, wenn sie die Beute nur sehen, ist das passive Zusehen für den Hovi meist uninteressant und baut seinen Trieb eher ab. Der Hovawart will angesprochen werden. Er braucht einen vielseitigen und sensiblen Figuranten, aber gerade diese Herausforderung macht den Reiz aus - wer einen Hovi hetzen kann, der kann wirklich noch hetzen.

Gesundheit

Sehr gesunde Rasse aufgrund besonders strenger Zuchtvorschriften der VDH-Vereine.

Lebenserwartung

relativ hoch: er kann seinen Menschen 12 - 14, ja sogar bis zu 17 Jahre Freude schenken und ist auch im Alter noch recht fit.

 

Ein Hund ist nur dominant, wenn der Besitzer sich dominieren lässt!

Ist er zu stark, bist Du zu schwach!


Unter Hovi-Leuten hört man immer wieder: es gibt Hunde, und es gibt Hovawarte; oder: der Hovawart ist anders - und überhaupt - Hovawarte sind nunmal Hovawarte. Doch "er ist halt so" ist nur eine Bestätigung für menschliche Schwäche. Man hat nicht gelernt, den Hund richtig zu führen. Und so manch ein Hovawart-Besitzer versucht, aus der Not eine Tugend zu machen und die Angewohnheit des Hundes, sich seinem Halter gegenüber durchzusetzen, als erstrebenswerte Charaktereigenschaft zu interpretieren. Sich selbst schreibt man "Liebe und Verständnis" auf die Fahne. Dahinter verbirgt sich meist Bequemlichkeit - einen Hund richtig zu erziehen kostet nun mal Zeit und Energie.

 

Friday the 19th. .